Grassl Haselnusslikör 1,0l - von der Enzianbrennerei Grassl aus Berchtesgaden

Beschreibung

Grassl Haselnusslikör 1,0l mit 20% vol. aus Berchtesgaden

Artikelnummer: 14544
Kategorie: Likör
Inhalt: 1,0l
Alkoholgehalt: 20% vol.
Herkunftsland: Deutschland
Farbstoffe: ohne Farbstoff
Allergenhinweise: enthält Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose); enthält Schalenfrüchte, namentlich Haselnüsse; enthält Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse;
Hersteller/Importeur: Enzianbrennerei Grassl GmbH & Co. KG, Gewerbegebiet Gartenau, Salzburger Str. 105, 83471 Berchtesgaden, Deutschland

Sorgfältig ausgelesene und besonders geröstete Haselnüsse geben in Verbindung mit frischer Alpenvollmilch und einem hohen Anteil an wertvollem Eigelb diesem Likör seinen so viel gerühmten Geschmack.

Pur aus dem Grassl-Waffelbecher, über Vanille- oder Schokoladeneis oder anderen Eisarten, über Mehlspeisen, über Schokoladenpudding oder über Bratäpfel.


Historisches zum Betrieb:



1) Im Berchtesgadener Land...



Wer im Sommer oder im Herbst über die Almen und Höhenrücken der Berchtesgadener Berge wandert, findet sich vielleicht plötzlich in einem alpinen Almwiesengelände mitten unter lauter blühenden Enzianpflanzen verschiedenster Art und Farbe. Und wenn der Wanderer gerade an eine der vier Brennhütten der Enzianbrennerei Grassl oder an Wurzelgraberhütten hinkommt, so kann er mit einigem Glück die Bearbeitung der Enzianwurzeln zu fertigem Enziandestillat besichtigen und sicherlich erhält er vom Brennmeister eine Kostprobe dieser würzigen, bayerischen Spezialität. Naturgemäß erregt so ein seltenes Gewerbe, das noch auf so urtümliche Art und Weise ausgeübt wird, die Neugierde des Besuchers und Fragen treten sicherlich auf, die im folgenden gerne beantwortet werden:



Von den vielen wild vorkommenden Enzianarten im Alpenraum kommen vier Pflanzen für die Branntweinerzeugung in Frage:

- der Gelbe Enzian (gentiana lutea)

- der Rote Enzian (gentiana purpurea)

- der Punktierte Enzian (gentiana punctata)

- der im Berchtesgadener Land am häufigsten vorkommende sogenannte Ungarische Enzian (gentiana pannonica)



In Deutschland stehen die Enzianwurzeln heute unter strengem Naturschutz. Das Graben der Wurzeln ist nur noch im Berchtesgadener Raum auf Grund eines alten Rechtes der Enzianbrennerei Grassl möglich. Das Graben der Wurzeln im Berchtesgadener Land durch die Familie Grassl wurde dreieinhalb Jahrhunderte lang immer in der sinnvollen Balance zum Schutz der Nachzucht in einem bestimmten Wachstumsrythmus durchgeführt. So blieben die Almen offen fürs Weidevieh (die nämlich den Bitterstoff im Blattwerk ablehnen und deshalb Enzian-zugewachsenen Almböden nicht mehr beweiden) und der zweckmäßig übriggelassene Teilwurzelstock konnte sich weiterentwickeln.



Der durch zunehmendes Interesse an dem wohlschmeckenden Destillat wachsende Bedarf an Wurzelmaterial konnte jedoch auf Dauer nicht ausschließlich aus den wildwachsenden Beständen gedeckt werden. 1929 verbrauchte die Enzianbrennerei Grassl noch ca. 100 Zentner Wurzeln. Der Bedarf hat sich bis heute wesentlich erhöht. Die Enzianbrennerei Grassl betrieb deshalb mit dem Lehrstuhl für Gemüsebau der Technischen Universität München/Weihenstephan unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Fritz und Herrn Prof. Dr. Franz von der Universität Wien das gemeinsame Forschungsprojekt der Inkulturnahme des gelben Enzians. Zunächst wurde Saatgut von Wildvorkommen in ganz Europa gesammelt, um das beste Ausgangsmaterial herauszufinden. Als nächster Schritt folgte die Entwicklung eines geeigneten Jungpflanzen-Anzuchtverfahrens, wobei die Samen einer mehrwöchigen Kältebehandlung unterzogen werden, um zu keimen (Verfahren durch Patent geschützt). Der Anbau findet in verschiedenen Gebieten Bayerns auf 350 m - 1200 m Seehöhe statt. Die anfangs sehr langsam wachsenden Pflanzen benötigen 4 - 5 Jahre, bis die Wurzeln eine ausreichend ergiebige Ernte liefern können.



In dieser Zeit müssen die Pflanzenbestände intensiv und sorgsam gepflegt werden, um nicht zu verunkrauten und damit die Ernte zu erschweren. Die Auswahl der geeigneten Anbaubetriebe und die Praxisberatung finden gemeinsam mit dem jeweiligen Amt für Landwirtschaft und Bodenkultur statt; auch beschäftigt die Enzianbrennerei Grassl ein eigenes fachlich kompetentes Beraterteam, welches in regelmäßigen Abständen die Enziankulturanlagen überwacht und den Anbauern mit Rat und Tat zur Seite steht.



Dr. Franz sieht neben anderen Vorteilen auch diesen: Beim Sammeln von Wildpflanzen erhält man ein qualitätsmäßig sehr unterschiedliches Material. Durch systematische Auslese und kontrollierten feldmäßigen Anbau wird die Qualität der Inhaltsstoffe wesentlich verbessert. Diese hochinteressanten ersten Forschungsergebnisse wurden anläßlich der Internationalen Gartenbauausstellung 1983 der Öffentlichkeit 180 Tage in München vorgestellt und fanden sowohl beim Fachbesucher als auch beim Laien begeisterte Aufnahme.



2) Aus der Chronik der Grab- und Brennrechte der Familie Grassl in Berchtesgaden



Wie in allen Klöstern des Mittelalters verstanden auch im Berchtesgadener Augustiner-Chorherren-Stift die Mönche einiges von Heilkräutern und von der Branntweinherstellung. Hatten vorhergegangene Berchtesgadener Fürstpröpste im 16. Jahrhundert die Holzschnitzerei und Schachtelmalerei geregelt und gefördert bis zum weltweit blühenden Spielzeughandel oder andere sich mit Salzburg um Nutzung und Ausbau der Salzbergwerke gestritten, so widmete sich Fürstpropst Ferdinand ll. u.a. der Gründung eines Klosterbräuhauses und der Regelung der Schnapsbrennerei.



Alte Urkunden vom Fürstpropst, daß etwa um 1602 der Untersteiner Gastwirt-Familie Grassl Rechte und Pflichten erteilt wurden, die Almen durch maßvolles aber regelmäßiges Enzianwurzel graben Milchviehgerecht zu halten und Enzianmeisterwurz und Kranabet-Branntwein zu brennen und zu verkaufen. Nur alle 6-7 Jahre dürfen frühestens Enzianwurzeln am gleichen Ort gegraben und die dicksten Wurzeln vom Gesamtstock abgehackt werden. Sauberes Bergwasser und Holz für das Brennen waren einzig zur Branntweinherstellung noch nötig. Beides hatte man kostenlos (ebenfalls rechtlich verbrieft) droben am Berg. So baute man an verschiedenen Plätzen in 1000-1300 m Höhe wetterfeste Brennhütten.
Doch war und blieb das ein hartes Geschäft. Wenn der Thomas Grassl im Jahr 1690 noch zehn Wochen lang täglich seine 50 - 100 Kilo Wurzeln grub, sie im Oktober brannte, dann kam er mühsam, ein Faß auf dem Rücken, zwei auf einem Esel den Rest schleppte Frau und Kinder, auf steilen Abstiegen mit dem ersten Schnee wieder heim. Reich wurde da eine Familie gewiß nicht dabei. Zumal der Schnaps damals viel billiger war als das Bier. So war nicht viel zu verdienen, obgleich dieser Alpenenzian sehr beliebt war bei allen Gebirglern. Bald jede Familie hatte ihr kleines 10 l- oder 20 l-Holzfaß mit Enzianschnaps daheim stehen.



Denn bei der harten Gebirgsarbeit bei jeder Witterung tat schließlich ein Stamperl Enzian dazwischen schon gut. Und die hohen Herren und adeligen Gäste vom Klosterstift tranken ihn besonders gern nach ihren recht fülligen Mahlzeiten.
Aber mit der Säkularisation des Berchtesgadener Klosters 1803 war es zunächst aus mit diesem Abnehmerkreis und nach einigen Wirren kam Berchtesgaden zum Königreich Bayern. Mit den neuen Beamten der königlich-bayerischen Residenz, zu der sie jetzt gehörten, verhandelte schließlich der Franz Grassl 16 Jahre lang - bis die Familie endlich wieder 1842, ein Jahr nach seinem Tode, alle alten Rechte neu verbrieft zugestanden bekam.

Doch schließlich konnte man ja mit seinen Kindern solange nicht warten und verhungern. So besann sich der Franz Grassl auf seine natürlichen Begabungen und die seiner zahlreichen Kinder: Die Musikalität. Fast ein jedes spielte mehrere Instrumente, selbst sieben verschiedene. Dazu wurde gesungen und gejodelt. So begann er bei festlichen Anlässen, erst in der eigenen Wirtschaft, dann bei anderen, aufzuspielen. Er fand Anerkennung. ”Im Königsbach den Münchner Jagern etliche Landler geblasen für 42 Kr. - 5. September Nag-Schmitt Hochzeit in Landhaus 5 fl 30 kr.” heißt es da u.a. in seinen Aufzeichnungen.



3) Enzianbrenner- und Musikerfamilie Franz Graßl



So bekam er langsam Mut und begann 1833 kleine Konzertreisen zu machen, nach Salzburg, Bad Ischl, München. Später ging es bis nach Wien, dann nach Italien und Frankreich, kurz vor seinem Tod wurde er zu einem Konzert zum bayerischen König Ludwig in die Münchner Residenz gerufen. Sicherlich trug die persönliche Begegnung dazu bei, den zu lange schon währenden Streit mit den höfischen Beamten um die Grabrechte endlich zu einem Abschluß zu bringen. Mit den nun häufigen Aufenthalten der königlichen Familien in Berchtesgaden kamen auch eine Unzahl ausländischer und inländischer Gäste von Rang und Namen in diesen kleinen Gebirgsort.

Dazu zog es Maler, Musiker und Dichter in die Bergwelt. Es wurde Mode, auf die Berge zu steigen - sich gebirglerisch anzuziehen - und herzhaft ländlich zu tafeln. Das ließ natürlich den Enzian-Umsatz wieder kräftig ansteigen.

Ohne Taschenflasche ging es selten auf den Berg und ganze Fässer voll des klaren ”Bergwassers” ließen sich manche auf die Heimreise mitgeben. Allen Schwierigkeiten einer modernen Marktwirtschaft und krassen Umwelt verändernden Einflüssen zum Trotz, wird heute wie ehedem in Berchtesgaden der Grassl-Enzian gebrannt, größtenteils aus den Wurzeln des heimatlichen Bodens und den Wurzeln der erstmaligen Nachzüchtung.


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